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SCHALLPLATTENKONZERT

Claus van Berbber (BRD)

1949 in Kalkar am Niederrhein geboren, Autodidakt, seit 1979 freiberuflich als Künstler tätig. Eckpfeile seiner intermedialen Arbeitsweise bilden die bildende und darstellende Kunst sowie improvisierte und experimentelle Musik.

Häufige, z.T. langjährige Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern, Musikern und Performern u.a. Ron Schmidt, Helmut Lemke, Michael Vorfeld und Dieter Schlensog. Gründungsmitglied der Künstlergruppe Heinrich Mucken (1982-1990).

1992 Kulturpreis der Stadt Kevalear für bildende Kunst und Förderpreis der Firma Melita (mit H. Vorfeld und H. Lemke)

Seit den früheren 70er Jahren gehört die Schallplatte zu van Bebbers Instrumentarium und findet seitdem in Konzerten, Performances, Installationen und Objekten Verwendung. Seit 1990 entwickelt er Musik- und Aufführungsformen, die ausschließlich durch die Benutzung von Schallplatten entstehen. Dabei benutzt er 5 bis 10 zum Teil präparierte Schall-plattenspielgeräte und eine unterschiedlich große Anzahl von Schallplatten. Die Improvisation und der Umgang mit dem Ort, akustische und architektonische Situation sowie auch Thema und Anlaß prägen ein Schallplattenkonzert entscheidend mit.

So entstehen Aufführungen mit konzertantem Charakter, sowie auch solche, der Performance und Installation verwandte. Schallplattenobjekte werden international in Ausstellungen gezeigt, in Sammlungen aufgenommen und in Zeitschriften, Büchern und Katalogen erwähnt und abgebildet.

Volksmusik, Schlager und Jazz sind einige der musikalischen Quellen, aus denen Claus van Bebber mal meditative, mal dynamisch-aggressive Geräuschattacken zusammenfügt. Für die Schallplatten-Konzerte entwickelte er vor fünf Jahren ein neues Konzept: Mit präparierten Plattenspielern aus den 50er und 60er Jahren und bearbeiteten Vinylscheiben läßt er vor den Augen und Ohren des Publikums improvisierte Klangcollagen entstehen. Welche Fundstücke er verwendet, ist meist nicht mehr zu erkennen . "Für mich hat das etwas mit Archäologie zu tun: dem Ausgraben von Klängen " . Dabei interessieren ihn auch die Geräusche die "vor und hinter der Platte sind - das Rauschen und Knistern. Was andere stört, setze ich gestalterisch ein". In diesem Konzept sind für ihn Abspielgeräte und Schallplatten keine Vehikel zum Vorführen, sie erhalten die Funktion von Instrumanten, die Konzertant eingeseetzt werden können. " So entsteht eine Musik die uverwechselbar meine Musik ist".(Volker Hönighaus, Neue Westfälische, 19.8.95)




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