STADTKLANG in Skulptur. Projekte 97


Stadtklang in den frühen 90er Jahren: Das waren hochkarätige internationale Theater- und Tanzereignisse auf Bauruinen und in verlassenen Industriebrachen, Videoinstallationen in Parkhäusern, Tiefgaragen und Diskotheken, Klangstraßen entlang des Aasees und Musikavantgarde in sakralen Räumen, Lesungen auf Ausflugsdampfern, Open-Air-Events vom Kino im Freibad bis zur House-Party auf dem Hafengelände und und und
Bei aller Unterschiedlichkeit doch ein gemeinsamer Punkt: Die zeitweilige Inbesitznahme und Neudefinition exponierter urbaner Räume durch zeitgenössische Kunst ­p; eine nicht ganz zufällige Gemeinsamkeit mit der Idee der "Skulptur. Projekte in Münster"

1997 hat Stadtklang ein Programm entwickelt, das diese Nähe zur Idee der "Skulptur. Projekte" sinnfällig macht. Während der Skulpturenausstellung wird ein speziell auf den Lichthof des Landesmuseums zugeschnittenes internationales Veranstaltungsprogramm Literatur, Musik, Tanz und Theater für alle Münsteraner und Gäste präsentieren. Über 40 Veranstaltungen auf der Höhe der Zeit ­p; ohne durchgefeierte Festivalhighlights, absehbare Vorreiter und obligatorisches "young-blood"-Novitätenkabinett. Stadtklang ist ein internationales Programm mit Restrisiko. Der Risikofaktor ist Geschmack.

An jedem Wochenende innerhalb der 100 Tage "Skulptur. Projekte" ist der Lichthof des Landesmuseums Schauplatz für Veranstaltungen, die bewußt nicht als übliches Rahmenprogramm daherkommen. Die Künstler ­p; Autoren, Musiker, Tanz- und Theaterleute ­p; und ihre Projekte stehen selbstbewußt und selbstreflexiv neben den Kunstwerken der "Skulptur. Projekte". Sie folgen nicht dem wohlfeilen Dogma der "spartenübergreifenden Kunst", die sich an literarischen Skulpturen, skulpturaler Literatur, Tanz- und Musikinstallationen versucht. Vielmehr markieren sie Positionen, die auf unterschiedliche Weise mit den "Skulptur. Projekten" und ihrer Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum, den Sphären von Öffentlichkeit und Privatheit korrespondieren.

Mit Stadtklang '97 im Lichthof des Landesmuseums präsentiert sich unter Moderation und Beteiligung des Kulturamtes der Stadt Münster ein wichtiger Teil der Stadtkultur: Das lebendige Zusammenarbeiten und -denken verschiedener Kulturträger aus der Stadt und das Engagement für ein kulturelles Klima von Offenheit und Internationalität. Die Kuratoren des Programmes Stadtklang '97 sind:

Ludger Schnieder (Theater im Pumpenhaus) für Tanz und Theater
Hermann Wallmann (Literaturverein Münster) für die Lesungen
Fritz Schmücker (Internationales Jazzfestival Münster),
Erhard Hirt (cuba-cultur) und
Georg Hajdu (Hochschule für Musik) für die Konzertreihen