Freitag, 22. August Teil 1, Samstag, 23. August, Teil 2, Sonntag, 24. August, Teil 3, 20 Uhr, Eintritt 15,- / 10,- DM





Dreiteilige Lesung mit Musik des gleichnamigen Textes von Rolf Geissbühler,
für Sprecherin, Sprecher, Computerstimme, Tonband und drei improvisierende Musiker von Philippe Micol



Opera


"zugleich würde man wieder Musik hören"
Der Schweizer Musiker Philippe Micol wählte diesen aus der Auseinandersetzung mit Musik entstandenen Text, da er sich wegen seine unkonventionellen und auf eine Linearität verzichtende Erzählweise als ideal für die Begegnung von Literatur und Improvisierter Musik erweist.
"Opera" erzählt keine Geschichte im herkömmlichen Sinn. Die eigentliche Geschichte, zu Anfang als "sehr wahrscheinlich lange Geschichte" angekündigt, wird nie erzählt. Die Rede ist lediglich von ihrer Möglichkeit und ihren möglichen Figuren. Es sprechen im Text mehrere Personen: ein Herr Jedermann ­p; "Er" ­p;, eine sich im Konjunktiv äußernde "Sie", ein kollektives "Wir" als die Stimme der schweigenden Mehrheit (Chor, ein Kommentator, eine Kommentatorin). In der vorliegenden Umsetzung wird zwischen körperlich anwesenden Personen (Sprecher und Sprecherin) und den nur medial präsenten Personen unterschieden (Chor, Kommentatoren). Letztere erscheinen einzig akustisch, durch die Möglichkeiten der Elektronik erzeugt: als künstliche, auf Tonband aufgezeichnete Stimmen. Die Sprecherin und der Sprecher lesen den Text und heben die unzähligen Interpunktionen durch Gesten oder Klänge hervor. Für die Musiker gilt ein verbindliches System zur Umsetzung der Interpunktionen.
Die Zeit, ihr Fließen und Vergehen, sind die Hauptmotive von "Opera". Das Unkonstruierte des Textes, der eine Summe von Einfallsmomenten darstellt, die sich nicht auf einen Punkt hin entwickeln, seine offene, ruhende-kreisende Zeit lassen der Musik Raum, auch Raum zur Stille. Der Text hat in der Aufführung die Rolle einer anregenden Umgebung für die Musik: eine vielschichtige Umgebung entsprechend seiner gegebenen formalen und semantischen Mehrstimmigkeit und seiner musikalischen Bezüge. Micols Partitur schafft ein Regelsystem für die Aktionen der Musik, entsprechend den formalen Aspekten des Buches. Die Musik entwickelt sich dementsprechend parallel und gleichberechtigt zum Text.
Aufgeführt wird "Opera" in drei Teilen an drei aufeinanderfolgenden Abenden im Lichthof des Landesmuseums.

Sprecherin: Manuela Trapp
Sprecher: Peter Jecklin
Musiker:
Alfred Zimmerlin – akustisches und elektrisches Cello
Erhard Hirt – akustische und elektrische Gitarre
Philippe Micol – Sopransaxophon und Bassklarinette

Das Projekt wird unterstützt von Pro Helvetia