Freitag, 11. Juli, 20 Uhr Eintritt 15,- / 10,- DM





George Lewis
(USA)

Stadtklang-Performance


Voyager

Als Komponist und Computer-Installationskünstler beschäftigt sich George E. Lewis (geb. 1953) mit neuen Ausdrucksformen für die Kunst und Musik des 21. Jahrhunderts. Seit 20 Jahren ein Mitglied der Association for the Advancement of Creative Musicians, studierte Lewis am gleichen Institut auch Komposition bei Muhal Richard Abrams und Posaune bei Dean Hey. Lewis, dessen Arbeit als Posaunist, Komponist und Improvisierer auf über achtzig Platten dokumentiert ist, gewann mehrere Preise für Musik und in der Kategorie "inter-arts" von der National Endowment for the Arts (nationale Kulturstiftung der USA). Er führte seine "interdisziplinären Kompositionen" und seine "interactive music videos", die unterschiedliche Ausdrucksformen des Theaters mit den Möglichkeiten der Videokunst und der Technik der Computermusik verbinden, in Ost- und West-Europa, Nordamerika und Japan auf. Zur Zeit ist Lewis Associate Professor für Musik an der University of California, San Diego (USA). Bei der jüngsten seiner Computermusik-Arbeiten - "Voyager" - spielt ein einzelner Improvisierer mit einem computergesteuerten, "virtuell-improvisierenden Orchester" zusammen. Während des Auftritts des Improvisierers analysiert der Computer simultan die charakteristischen Elemente seines Spiels, um daraufhin mittels eines automatisierten Komponierprogramms vielfältige und ständig neu variierte Reaktionen auf das Spiel des Musikers zu erzeugen. Zu hören bekommt man so die gekoppelten Ergebnisse zwei unterschiedlicher Arten der Klangherstellung: einerseits vom Menschen erzeugt, andererseits computergenerierte Musik. Da beide Seiten die Ausführungen des jeweils anderen hören, entsteht während der Aufführung ein tatsächlich der Improvisation verpflichtetes Subjekt-Subjekt-Modell, nicht einfach eine Impuls-Erwiderung-Beziehung zwischen dem Improvisierer und den 64 "Musikern" des "Orchesters".