Archiv       Projekt: Glockenkonzert



Llorenç Barber, der spanische Komponist und Performance-Künstler, wurde 1948 in Ailo de Malferit geboren. Seit 1972 lebt und arbeitet er in Madrid. Er studierte an den Konservatorien in Valencia und Madrid Klavier, Orgel, Komposition und Dirigieren, sowie Kunstgeschichte an der Universität Madrid und Zeitgenössische Musik in Darmstadt und Siena. Seit 1990 lehrt er als Professor am Institut für Ästhetik in Madrid. Seit 1980 beschäftigt sich Llorenç Barber in seinen Kompositionen mit Obertongesängen, Improvisation, Glocken, sowie Lautpoesie und Volksmusik verschiedener Länder. Er entwarf Stadtkonzerte mit Glocken und Marathonkonzerte “von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang“.

Unter seinen Konzerten auf beiden Seiten des Atlantiks sind zum Beispiel hervorzuheben: das Solistenkonzert (Recital) beim Wiener Musikverein im Oktober 1990 und das Abschlusskonzert der Weltmusiktage 1993. Immer wieder hat Llorenç Barber für die Kulturhauptstädte Europas die Eröffnungs- oder Schlusskonzerte realisiert – so 1994 in Lissabon, 1996 in Kopenhagen und 1998 ein 24stündiges Marathonkonzert in Stockholm. 1999 bespielte er alle Glocken Roms und des Vatikans.In den letzten Jahren hat Llorenç Barber über 150 Stadtkonzerte in Argentinien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Ecuador, Frankreich, Großbritannien, Guatemala, Holland, Italien, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Österreich, Polen, Portugal, Slowenien und dem Vatikan realisiert. Seine urbanen Stadtbürgerkonzerte haben sich unter Einbeziehung von Schlagzeug, Kanonen, Sirenen, Schiffen, Feuerwerk und vor allem räumlich verteilten “Windorchestern“ zu einmaligen Klangereignissen entwickelt.

 „Plurifokal“ nennt Llorenç Barber seine Klangkompositionen. Anders als im Konzertsaal, gibt es nicht eine einzige gültige Version des Werkes, sondern der (mobile) Zuhörer erfährt abhängig von seinem gewählten Standort sein ganz individuelles Klangerlebnis. Zudem nehmen äußere Faktoren wie Wind und Wetter ebenfalls Einfluss auf das Klanggeschehen.



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